March 13, 2008

[...]Vorbild sein kann jemand doch nur wegen vorbildhaften Verhaltens, nicht wegen seiner Stellung. Wer die Gesetze bricht oder nur auf seinen Vorteil achtet, ist kein Vorbild, sondern verachtenswert, egal, ob er sonst reich ist, ein Unternehmen lenkt, Musik macht oder am Fließband arbeitet. Die Idee, »die da oben« müssten ein gutes Beispiel geben, halte ich zudem – allein schon wegen der Einteilung oben−unten – für zutiefst undemokratisch; das hinter ihr stehende Gefühl, Mächtige seien bessere Menschen, scheint mir ein Überrest von aristokratischem Denken zu sein, das es zu überwinden gilt. Vorbild ist nur, wer von anderen als solches betrachtet wird. Die Gesetze haben alle gleichermaßen zu achten. Moralisch handeln sollte jeder, egal, in welcher Position [...]
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SZ Magazin `Moral`

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